Die letzten Wochen waren voller Erlebnisse, wodurch ich mich aufs Leben fokussiert habe und weniger auf den Newsletter.
Doch jetzt sind wir wieder im Rhythmus und ich freue mich, dir ein Update zu geben.
Es waren drei extreme Wochen.
Und wenn ich jetzt darauf schaue, fühlt es sich nicht an wie drei Wochen. Eher wie ein kleines Leben für sich.
So viel passiert. So viele Orte, so viele Momente. Portugal, Österreich, Schweiz. Familie, Freunde, Reisen, wenig Schlaf, viel Leben.
Doch wenn ich ehrlich bin, gibt es einen Moment, der für mich über allem steht.
Mein erster Marathon.
Am 19. März bin ich losgelaufen – mit dem klaren Ziel: 45 Kilometer. Und genau das ist passiert.
Was mich selbst am meisten überrascht hat: Es ging mir gut. Von Anfang bis Ende.
Nicht im Sinne von „leicht“. Nicht im Sinne von „ohne Schmerz“. Meine Beine waren schwer, es hat wehgetan, ich bin die letzten 25 Kilometer im Dauerregen gelaufen, komplett durchnässt, in einer Jacke, die mehr geschwitzt als geschützt hat.
Und trotzdem habe ich mich die ganze Zeit über wohlgefühlt.
Weil ich nie gezweifelt habe.
Da war kein „Warum mache ich das?“. Kein innerer Kampf. Kein Punkt, an dem ich dachte, jetzt ist Schluss.
Es war einfach klar: Ich laufe diese 45 Kilometer.
Und genau das ist passiert.
Selbst die letzten Kilometer… als ich bei Kilometer 39 an unserem Haus vorbeigelaufen bin. Du kennst das vielleicht: Du bist eigentlich schon da. Du könntest aufhören. Du könntest rein, dich hinsetzen, dich ausruhen.
Stattdessen bin ich weitergelaufen. Zwei Runden meiner Alltagsstrecke kam dazu. Durch Regen, durch Pfützen, wieder nasse Füße.
Körperlich hart. Mental noch härter.
Und trotzdem: kein Zweifel.
Ich glaube, genau das ist der Unterschied gewesen.
Nicht, dass es leichter war.
Sondern, dass es entschieden war.
Auch die Vorbereitung hat ihren Teil beigetragen. Dieses Mal habe ich meinen Körper wirklich versorgt – 60 bis 80 Gramm Kohlenhydrate pro Stunde, durchgehend. Kein Einbruch, kein „gegen die Wand laufen“.
Und das Ergebnis war spürbar.
Wenn ich an das letzte Mal zurückdenke, als ich nach 37 Kilometern vor der Haustür stand und einfach nicht mehr konnte… nur noch sitzen wollte… komplett leer war…
Dann war das jetzt ein komplett anderes Erlebnis.
Ich bin nach Hause gekommen, habe mir einen Shake gemacht, bin duschen gegangen, habe noch gewartet, bis Lio fertig war in der Badewanne – und erst 20 Minuten später habe ich mich in die Badewanne gelegt.
Und selbst da war es nicht dieses „Ich bin zerstört“.
Sondern eher: ruhig. zufrieden.
Am nächsten Tag: keine Schmerzen. Nur müde Beine.
Und auch das hat mir wieder gezeigt, was ich in den letzten Wochen immer wieder erlebe:
Wenn du deinem Körper gibst, was er braucht… wenn du klar bist in deinem Kopf… dann ist oft viel mehr möglich, als wir denken.
Vielleicht nicht, weil es leichter wird.
Sondern weil du aufhörst, dagegen zu kämpfen.
Und 2 Tage später fuhr ich fürs Wochenende nach Lissabon und traf eins meiner Idole.
Was genau da passiert, erfährst du in einem der nächsten Newsletter oder kannst es hier im Podcast anhören:
Und wieder 2 Tage später saßen wir im Auto.
Portugal → Österreich.
Insgesamt waren es 5 Tage, 31 Stunden Fahrt, 21 Stunden Schlaf.
Ein Zwischenstopp in Frankreich, ein kleines Häuschen, ein bisschen Schlaf, viel Zeit mit Lio.
Dann weiter.
Und plötzlich standen wir im Schnee.
Nach Wochen in Portugal. Sonne. Wärme.
Und dann: Schnee in Titisee-Neustadt.
Lio ist einfach losgerannt. Direkt rein. Kein Zögern. Kein „zu kalt“.
Einfach erleben.
Und ich habe gemerkt, wie schnell wir verlernen, genau das zu tun.
Einfach reinzugehen.
Ohne zu überlegen, ob es gerade perfekt ist.
Wir verbrachten dann einen wundervollen Erholungstag im Badeparadies.
Von dort ging es weiter in die Schweiz. Freunde sehen, lange Abende, wenig Schlaf, viele Gespräche.
Diese Gespräche, bei denen du merkst, wie gut sie dir tun. Wie sehr sie dich wieder erden.
Und jetzt…
Jetzt sind wir hier.
In Österreich. In den Bergen.
Und das nächste Kapitel beginnt.
Bergtraining.
Und nach der ersten Nacht: 20 cm Neuschnee.
Und es ist hier wieder ganz anders.
Andere Reize. Andere Herausforderungen. Andere Ruhe.
Und während ich hier laufe, merke ich, wie sich alles verbindet.
Der Marathon.
Die Reise.
Die Zeit mit Familie und Freunden.
Es ist nicht getrennt.
Es ist ein Leben.
Ein Fluss.
Und vielleicht ist genau das der Punkt, den ich dir heute mitgeben will:
Es geht nicht darum, dass alles perfekt ist.
Nicht darum, dass es leicht ist.
Nicht darum, dass du keinen Schmerz spürst.
Sondern darum, ob du innerlich klar bist.
Ob du entschieden hast.
Weil in dem Moment, in dem du nicht mehr verhandelst…
wird vieles plötzlich einfach.
Nicht, weil es weniger anstrengend ist.
Sondern weil du aufhörst, dich selbst aufzuhalten.
Ich halte dich auf dem Laufenden, was hier in den Bergen noch passiert.
Und im nächsten Newsletter nehme ich dich tiefer mit in ein paar Erkenntnisse, die sich in den letzten Wochen bei mir wirklich gesetzt haben.
Bis dahin:
Wo in deinem Leben verhandelst du noch – obwohl du längst weißt, was du willst?
Raphael
