3 Dinge, die ich heute mit dir teile:

  1. Mein neues YouTube-Video, vom Strand in Portugal in den Schnee nach Deutschland und mein erster Lauf in Österreich. Ja, es ist ein bisschen her und Anschauen lohnt sich auf jeden Fall.

  2. Anna habe ich vor über 10 Jahren kennengelernt und dann nie wieder gesehen. Vor kurzem haben wir über Telegram connectet und es ist ein genialer Podcast entstanden, mit einem Thema, das sich jeder anhören sollte, der gute Beziehungen möchte.

  3. Der Härtetest II. Am Freitag war es so weit.

Lass uns starten.

Seit über 2,5 Jahren sind wir auf der Reise.

Da kommt es schon mal vor, dass wir bei 25 Grad losfahren und am Ende im Schnee ankommen.

Alles, was wir haben, passt in unser Auto.

Was sich für viele schrecklich anhört, ist für uns wirkliche Freiheit.

Gehen wohin wir wollen, wann wir es wollen.

Und es war wieder eine Fügung, dass ich in Portugal war, als eines meiner größten Idole dort bei einem Mastermind war und ich ihn endlich live getroffen habe, was immer ein Ziel von mir war.

Es war das beste Event, welches ich je erlebt habe, kurz bevor wir im Schnee landeten.

Die ganze Geschichte dazu, hier:

Jede Beziehung ist ein Zusammenspiel von Menschen und ihrer Energie.

Dabei tragen beide Geschlechter sowohl die männliche als auch die weibliche Energie in sich. Und wenn wir verstehen, wie diese Energien in uns und unserem Partner wirken, passiert etwas Magisches.

Verständnis statt Streit.
Anerkennung statt Beschludigung.
Gemeinsam statt gegeneinander.

Ein Podcast der die Beziehung zu dir und deinem Partner verändern kann, mit Anna Lichtenstein.

Hör mal rein:

Dann lass uns den Freitag gemeinsam anschauen.

Mein Härtetest II, nach dem der 1. im Mai gescheitert ist.

Es stand mein letzter großer Härtetest vor dem Swiss Alps 100 an.

Fünf Runden.
je 11,34 Kilometer.
und 823 Höhenmeter.

Als die Strecke feststand, fragte ich mich sofort, wer mich wohl begleiten könnte. Mir fiel Ralf ein. Wir kennen uns seit 2019 aus der Move-Zone. Damals trainierte er bei uns als Ausgleich zu seinen Ultramarathons. Also schrieb ich ihm, dass ich morgens um 7 starte und er gerne ein oder zwei Runden mitlaufen könne.

Seine Antwort überraschte mich.

„Ich bin um 6:45 Uhr da und laufe direkt mit los.“

Genau so war es.

Eigentlich wollte ich vorher noch ganz entspannt einen Kaffee trinken. Stattdessen stand Ralf pünktlich vor der Tür, wir schnürten die Schuhe und liefen los.

Schon auf den ersten Kilometern wurde mir wieder bewusst, was jahrelange Erfahrung ausmacht.

Ich habe in den letzten elf Monaten enorme Fortschritte gemacht. Meine Leistungsfähigkeit ist so hoch wie nie zuvor. Und trotzdem sprintete Ralf die Anstiege hinauf, bei denen ich konzentriert mein Tempo halten musste. Es war keine Frustration. Ganz im Gegenteil. Es war eine Erinnerung daran, wie viel Potenzial noch vor mir liegt.

Die ersten drei Runden liefen nahezu perfekt.

Runde 1: 2:05 Stunden

Runde 2: 2:04 Stunden.

Während ich im Fokus lief, erzählte Ralf nebenbei, was er schon alles gemacht hat, zum Beispiel 77 km am Sonntagmorgen zum Europa-Park zu joggen, um dort einen Kaffee zu trinken.

In jeder Pause füllte ich meine Flaschen neu auf: Wasser, Elektrolyte, Aminosäuren und zusätzlich Salz, damit mein Körper trotz der Hitze stabil bleibt. Die Ernährung funktionierte genauso, wie ich sie geplant hatte.

Runde 3: 2:10 Stunden.

Nach der dritten Runde verabschiedete sich Ralf, um den Nachmittag mit seinen Kindern zu verbringen.

Und genau in diesem Moment veränderte sich alles.

Plötzlich war es still.

Niemand mehr zum Reden oder der erzählte.
Niemand, der das Tempo vorgibt.

Nur ich und meine Gedanken.

Gleichzeitig kam die Sonne heraus. Es wurde heiß. Mein Körper wurde schwer. Besonders die vierte Runde entwickelte sich zu einem echten Kampf. Nicht weil die Beine komplett versagten, sondern weil mein Kopf ständig nach Pausen suchte.

Immer wieder wollte ich stehen bleiben.

Immer wieder musste ich mich entscheiden, weiterzugehen.

Auf dem Rückweg merkte ich außerdem, dass mein Körper nach mehr Elektrolyten verlangte. Also passte ich meine Versorgung an, trank deutlich mehr und gönnte mir vor der letzten Runde bewusst Zeit.

Es war inzwischen 16:30 Uhr.

Runde 4: 2:27 Stunden

Über neun Stunden war ich bereits unterwegs.

Ich setzte mich hin, trank eine halbe Liter Cola, aß noch einmal ordentlich und ließ meinen Körper einfach kurz ankommen.

Genau in diesem Moment hörte ich plötzlich von oben:

„Papa!“

Lio und Kristina standen am Fenster.

Wir unterhielten uns:

Ich: “Noch eine Runde!”

Sie: “Hast noch Bock?”

Ich: “Nein!”

Sie: “Gehst du trotzdem?”

Ich: “Ja, klar!”

Mehr brauchte es nicht. Denn meiner Frau ein Commitment zu geben hilft mir immer.

Ich stand auf und spürte sofort, wie neue Energie zurückkam.

Nicht, weil meine Beine plötzlich frischer waren.

Sondern weil ich meinem Körper gegeben hatte, was er brauchte.

Das hat mir wieder gezeigt, wie oft wir glauben, wir müssten einfach härter werden.

Dabei brauchen wir manchmal nur eine kurze Pause.

Etwas Energie.

Und die Geduld, unseren Körper wieder arbeiten zu lassen.

Die letzte Runde fühlte sich völlig anders an.

Mein Puls blieb niedriger.

Meine Beine arbeiteten wieder sauber.

Ich konnte bergab laufen, ohne ständig Angst zu haben, dass sie nachgeben.

Und genau dort passierte etwas, womit ich überhaupt nicht gerechnet hatte.

Seit Wochen hatte ich Verspannungen in den Oberschenkeln.

Beim Bergablaufen wollte ich sie ständig schonen.

Doch diesmal entschied ich mich bewusst dagegen.

Ich sagte mir:

„Vertrau deinen Beinen.“

Also lief ich.

Nicht vorsichtig.

Nicht bremsend.

Sondern mit voller Überzeugung.

Nach ungefähr einem Kilometer passierte etwas Erstaunliches.

Die Schmerzen verschwanden.

Die Verspannungen waren weg.

Je mehr Vertrauen ich meinen Beinen schenkte, desto besser arbeiteten sie.

Das war nicht nur körperlich eine wichtige Erfahrung.

Es war auch mental eine riesige Erkenntnis.

Wie oft versuchen wir im Leben Schmerzen auszuweichen.

Dabei entsteht manchmal genau dadurch noch mehr Spannung.

Manchmal liegt die Lösung nicht darin, weniger zu machen.

Sondern dem eigenen Körper und sich selbst wieder zu vertrauen.

Als ich unten am Haus ankam, schrie ich vor Freude laut herum.

Ich lachte und weinte. Ich war überglücklich und stolz.

56,72 Kilometer.

4.114 Höhenmeter.

Nicht nur eine Strecke war geschafft.

Ich hatte eine Angst überwunden.

Die Angst vor den langen Abstiegen.

Die Angst, dass meine Beine irgendwann nicht mehr mitmachen.

Und ich war jetzt überzeugt, dass ich die 100 km und 6000 hm packen werde.

Genau diese Sicherheit brauche ich jetzt für den Swiss Alps 100.

Nach dem Lauf saß ich noch eine Weile draußen, kühlte meine Beine im Brunnen, aß eine riesige Portion Spaghetti Bolognese, nahm ein heißes Bad und ging früh schlafen.

Am nächsten Morgen waren die Beine müde.

Mehr nicht.

Ich konnte den Tag mit meinem Sohn genießen und wusste:

Die Regeneration funktioniert.

Da geht noch mehr.

Dieser Härtetest hat mir einmal mehr gezeigt, was mit guter Vorbereitung, Konsequenz und der richtigen Einstellung möglich ist.

Nicht jeder Trainingstag macht Spaß.

Nicht jeden Morgen hat man Lust.

Doch genau das konsequente Dranbleiben sorgt dafür, dass wir irgendwann Dinge schaffen, die vorher unmöglich wirkten.

Jetzt wird diese Woche nur noch locker trainiert.

Nächste Woche steht Regeneration im Mittelpunkt.

Am 5. August fahren wir in die Schweiz.

Und am 7. August beginnt das Abenteuer Swiss Alps 100.

Ich freue mich unglaublich darauf.

Was mich dort wirklich erwartet, siehst du hier:

Hab eine geniale Woche und arbeiter weiter an deinen Träumen,

Raphael

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