Was dich heute erwartet
Gestern lief ich meinen ersten Halbmarathon.
Im neuen YouTube-Video siehst du mich am Limit
Unser Podcast kommt gut an
Buffet eröffnet - Nachtisch bitte, ist der Podcast von Kristina und mir, in welchem wir teilen, was uns bewegt, wir als Auswanderer erleben und wie wir unser Leben gestalten.
Vor allem gehen wir auf unsere Herausforderungen ein, denn wir sind überzeugt davon, dass genau diese uns wachsen lassen und wir teilen sie, damit Menschen Impulse und Inspiration oder auch mal Hoffnung mitnehmen können.
Immer freitags kommt eine neue Folge.
Hör mal rein und wenn es dir gefällt und du uns supporten willst, dann folge dem Podcast auf Spotify.
Bald erscheint er auch auf allen anderen Podcast-Plattformen.
Wir haben uns für dieses Format entschieden, weil wir sehen, wie viel uns jede Schwierigkeit und jeder Herausforderung gebracht hat.
Im Leben und im Training wachsen wir durch die Situationen, in welchen wir am liebsten umdrehen und einen anderen Weg gehen würden.
Doch wie sagt Gandalf so passend:
Gehen wir den einfachen oder richtigen Weg?
Im Podcast teilen wir unsere Erlebnisse dabei und in meinen Videos, was ich im Training erlebe.
Im neuen Video bin ich an meine Grenzen gekommen.
Mein Körper zeigte mir auf, wie weit er gerade gehen kann und seit sehr langer Zeit hatte ich mal wieder das Gefühl am Ende kotzen zu müssen.
Regen, Stufen, Sprints und Koffein gaben eine wunderbare Trainingsmischung, die gewirkt hat.
Doch letztlich haben alle Trainingseinheiten auf eine Sache abgezielt:
Meinen ersten Halbmarathon.
Als wir im September hier in Frankreich ankamen, war mir klar, ich will hier mit einer Bestätigung meiner Leistung wegfahren und da es hier einen wunderbaren Weg entlang des Kanals gibt, lag die Entscheidung nahe, hier einen Halbmarathon zu laufen.
Ich bin noch nie zuvor 21 km gelaufen. Ich wollte sie in unter 2 Stunden laufen.
Während der letzten Wochen hatte ich auch Zweifel es zu schaffen, dann wieder volle Euphorie und dann wieder Unsicherheit.
Ich ging am Freitagmorgen locker laufen und spürte schon nach 2 km meine Wade sich zuziehen.
Am Samstag war hier so schlechtes Wetter, dass wir kaum draußen waren und ich kam nicht richtig in Bewegung. Gleichzeitig spürte ich schon früh am Morgen meine Nebenhöhlen und mein Körper fühlte sich an, als ob er krank wird.
Dank der ätherischen Öle konnte ich gut gegensteuern und gegen Nachmittag war davon auch nichts mehr zu spüren.

Ich ging also voller Vorfreude ins Bett und stand um 7 Uhr auf, während es draußen in Strömen regnete.
Shit. Dachte ich.
Das Wetter zog jedoch vorbei und als ich nervös meine Sachen richtete, war es bewölkt und die Sonne kam immer wieder raus.
Es war ein komisches Gefühl loszugehen, mit einem klaren Ziel und zu wissen, dass ich die nächsten 2 Stunden alles geben werde.
Keiner sah zu.
Ich lief nur für mich.
Die Zeit war also komplett egal.
Doch ich wollte es für mich schaffen.
Um kurz nach 9 lief ich dann los. Viel zu schnell, doch voller Energie und Euphorie.
Ich hatte 3 Energiegels dabei und nahm alle 30 Minuten eins. Ich war erstaunt, wie gut sie halfen und spürte jedes Mal danach frische Energie.
Doch spürte ich schon nach 30 Minuten, wie müde meine Beine wurden.
Nach 11 km, als ich umdreht, um die gleiche Strecke zurückzulaufen, taten sie weh.
Da begann ich einen Satz in meinen Kopf immer wieder zu sagen.
Ich versucht es zuerst mit dem Mantra, was mich seit 4 Jahren begleitet:
"Ich bin ein freier und selbstbestimmter Mensch Ich lebe mit meiner Familie in Wohlstand und Liebe, wo immer wir wollen!"
Als ich ihn für mich formte, war das Auswandern und finanzieller Erfolg noch weit weg, doch ich sagte ihn mir sogar Nachts, wenn ich aufwachte.
Hier war es jedoch zu anstrengen, diesen langen Satz zu denken.
Ich brauchte was Kürzeres.
Ich sagte:
"Ich laufe leicht und weit für meine Familie."
Das funktionierte.
Ich kam in einen Flow. Ich lief und lief, es tat weh, doch war erträglich.
Zudem kannte ich die markanten Punkte am Wegesrand und konnte einschätzen, wie weit ich es noch hatte.
Einmal jedoch dachte ich, dass hinter der Kurve eine der Schiffstreppen kommt, doch stattdessen tauchte eine sehr lange Gerade auf.
Das zog mir die Kraft aus den Beinen und ich verfiel ins Gehen.
Ich hatte es noch nie so sehr gespürt, wie zu diesem Zeitpunkt, wie eine nicht erfüllte Erwartung mir die Energie, in Sekunden, nahm.
Ich war wirklich auch verblüfft und verstand es erstmal gar nicht.
Früher habe ich das im Alltag häufig erlebt. Darum nehme ich inzwischen Abstand von Erwartungen. Ich lebe zwar mit absoluter Überzeugung, dass was ich will zutrifft, doch habe ich keine Erwartungen daran. Heißt, es ist mir egal, wie es passiert, oder wann, doch ich bin überzeugt, dass es geschieht.
Das bedarf Übung und darum werde ich auch im Laufen in den nächsten Monaten auf die Basis der aeroben Ausdauer (Grundlage) bauen, damit ich unter hoher Belastung mehr Reserven habe und mit solchen Rückschlägen leichter umgehen kann.
Im Alltag gibt es inzwischen wenig Situationen, die mich komplett aus der Ruhe bringen, da ich eine grundlegende Zufriedenheit (Grundausrichtung) in mir aufgebaut habe, die von äußeren Faktoren nur schwer zerstörbar ist.
Das habe ich jahrelang trainiert. Nun gilt es, dies auf das Laufen zu übertragen.
Manche lernen diese Konzepte durch den Sport, ich lernte sie durchs Leben und übertrage sie jetzt aufs Training.
Nach der endlos langen Gerade kam dann auch die Schiffsstufe und ich wusste, jetzt sind es noch knapp 4,5 km.
Ich baute noch 3 Gehpausen ein, vor allem wenn es für 10 Meter den Berg hochging. Wobei Berg krass übertrieben ist. Ich rede von einem Anstieg von etwa 1,5 Höhenmeter. Doch das war übelst anstrengend.
200 Meter vor meiner eigenen Ziellinie erkannte ich, dass ich dort noch keine 21 km haben werde.
Also lief ich dran vorbei und rannte noch 400 Meter weiter.
Das Handy in der Hand und ständig den Blick auf die Kilometerzahl werfend.
Die Beine taten weh, ich wollte nicht mehr und fragte mich, wieso 100 Meter auf einmal so lang sind.
Am Ende hatte ich es geschafft, 21 km in 1:58 Stunde.

Und dann? War ich glücklich und zufrieden? Euphorisch?
Nein.
Ich freute mich darüber, es in dieser Zeit geschafft zu haben und trainierte gleich den nächsten Schritt.
Mit den Schmerzen in den Beinen normal gehen und damit klarkommen.
Denn bei allem, was ich mir vorgenommen habe, ist klar, dass ich immer wieder unter Schmerzen gehen oder laufen werde.
Für mich steht fest, mein erster 100-km-Lauf ist ein Start-Ziel.
Es ist ein Anfang.
Den ersten Meilenstein habe ich erreicht.
Nun steht der Marathon an, welchen ich im April, vermutlich in Portugal, laufen werde.
Im Sommer möchte ich einen 50 km Traillauf in der Schweiz absolvieren und die Tour du Mont-Blanc mit einem Freund in 4 Tagen.
Dafür gilt es jetzt, die Basis auszubauen.
Das ist mein Projekt für Portugal.
Inzwischen haben wir auch fast alles gepackt und werden morgen Nachmittag das Auto laden, damit wir am Mittwochmorgen um 1 Uhr abfahren können.
Wir machen einen Zwischenstopp kurz hinter der Grenze in Spanien, besuchen den Atlantik und fahren dann am Donnerstagnacht weiter nach Portugal.
Zuerst werden wir 11 Tage Urlaub machen.
Was heißt Urlaub für uns?
Kein Einkaufen, Kochen, Putzen, denn wohnen können wir ja wo wir wollen und arbeiten tun wir auch nicht mehr wirklich.
Vom 10.11. bis zum 15.11. sind wir aufm Familien-Event von Staatenlos.ch und dann in unserer Wohnung direkt am Meer.
Du kannst dir nicht vorstellen, wie dankbar ich bin, so leben zu können.
Doch nicht erst seit ich so lebe, sondern seit ich mich entschieden habe so leben zu wollen.

Im nächsten Newsletter erzähle ich dir mit Sicherheit vom Urlaub und ich werde mehr auf das Konzept eingehen, welches bedeutet:
Lebe vom Ziel aus.
Bis dahin, danke fürs Lesen und einen genialen Tag.
Raphael
PS: Am Mittwoch, 29.10. um 20:30 Uhr wird das Copy-Trading Investment vorgestellt, falls es dich interessiert, lass es mich wissen.

