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Sonntagabend habe ich das Startgeld bezahlt.

166 Kilometer.
8.000 Höhenmeter.
44 Stunden Zeit.

Swiss Canyon Trail.

Eigentlich ist an diesem Abend nicht viel passiert.

Ich habe mich angemeldet. Bezahlt. Eine E-Mail bekommen.

Das war's.

Und trotzdem bin ich Montagmorgen aufgestanden und irgendetwas war anders.

Ich habe mein Training anders betrachtet.

Meine Ernährung.

Meinen Schlaf.

Meine Regeneration.

Plötzlich waren Entscheidungen, über die ich vorher vielleicht noch diskutiert hätte, ziemlich klar.

Nicht, weil der Lauf plötzlich näher war.

Sondern weil ich mich entschieden hatte.

Anfang Juli werde ich beim Swiss Canyon Trail starten.

Der Lauf geht nicht durch die richtig hohen alpinen Berge. Trotzdem hat er auf 166 Kilometern ungefähr 8.000 Höhenmeter.

Und genau das wollte ich.

Ich mag keine flachen Läufe.

Kilometerlang geradeaus laufen langweilt mich irgendwann einfach.

Ich will Berge.

Hoch.

Runter.

Wieder hoch.

Hier habe ich zwar meistens nur Berge mit ungefähr 400 Höhenmetern. Aber wenn ich denselben Berg oft genug hoch- und runterrenne, kommen irgendwann auch ein paar Höhenmeter zusammen.

Also wird es in den nächsten Monaten ziemlich simpel:

Kilometer.

Kilometer.

Kilometer.

Und Höhenmeter.

Ich habe jetzt ungefähr acht Monate Zeit, meinen Körper darauf vorzubereiten.

Und genau darauf habe ich verdammt Bock.

Ich habe ziemlich lange nach einem Lauf gesucht.

Viele der großen Rennen gehören inzwischen zum UTMB-Kosmos.

Punkte sammeln. Qualifikationsrennen. Lotterie. Immer größere Events.

Kann man geil finden.

Ist einfach nicht meins.

Ich wollte einen Lauf, der mich reizt, ohne dass ich vorher in irgendeinem System Rennen sammeln muss, damit ich irgendwann vielleicht einen Startplatz bekomme.

Deshalb mag ich beispielsweise auch den Swiss Alps 100.

Und deshalb bin ich beim Swiss Canyon gelandet.

Aber das Spannende ist:

Diese 166 Kilometer sind für mich eigentlich nur ein Test.

Nicht im Sinne von:

Wie schnell kann ich 166 Kilometer laufen?

Das interessiert mich gerade überhaupt nicht.

Ich will wissen:

Wie funktioniere ich über 166 Kilometer?

Was passiert nach 100?

Nach 120?

Nach 150?

Wie funktioniert mein Körper?

Wie funktioniert mein Kopf?

Wie bekomme ich Ernährung, Schlaf, Tempo und Regeneration hin?

Ich habe 44 Stunden Zeit.

Und wenn ich nach 43 Stunden und 59 Minuten ins Ziel komme und dabei das Gefühl habe, dass ich das Ding gut gelaufen bin, reicht mir das vollkommen.

Denn irgendwo dahinter wartet bereits etwas anderes.

Ein Lauf, bei dem die Anmeldung noch nicht geöffnet ist.

Ich erzähle noch nicht, welcher.

Nicht, weil ich künstlich irgendein Geheimnis daraus machen will.

Sondern weil ich erst darüber sprechen möchte, wenn ich wirklich angemeldet bin.

Nur so viel:

Es wäre nochmal eine massive Steigerung.

Und wenn du mir heute sagen würdest:

„Raphael, du kannst nur einen von beiden laufen.“

Dann würde ich den anderen wählen.

Wenn ich mir diesen Lauf anschaue, darüber lese und mir vorstelle, dort zu stehen …

geht in mir alles an.

Genau deshalb will ich wissen, was über 166 Kilometer passiert.

Der Swiss Canyon ist kein Endpunkt.

Er ist eine Frage.

Wozu bin ich eigentlich fähig?

Und vielleicht ist genau das der Teil, der mich gerade am meisten fasziniert.

Nicht einmal der Lauf selbst.

Sondern was eine einzige Entscheidung mit mir gemacht hat.

Sonntagabend war mein Leben exakt dasselbe wie vorher.

Gleiche Familie.

Gleicher Körper.

Gleicher Alltag.

Ich hatte lediglich Geld überwiesen und eine Anmeldung abgeschickt.

Doch Montagmorgen habe ich andere Entscheidungen getroffen.

Warum?

Weil aus einem:

„Das könnte ich irgendwann mal machen.“

ein

„Ich werde das machen.“

geworden ist.

Und plötzlich verändert sich die Frage.

Nicht mehr:

„Habe ich heute Lust zu trainieren?“

Sondern:

„Was braucht mein Körper, damit ich im Juli 166 Kilometer laufen kann?“

Nicht:

„Kann ich heute beim Schlaf ein bisschen schlampen?“

Sondern:

„Hilft mir diese Entscheidung bei dem, was ich gewählt habe?“

Das Ziel hat sich nicht meinem Leben angepasst.

Meine Entscheidungen beginnen sich dem Ziel anzupassen.

Und ich spüre jetzt schon, wie mich das formt.

Das kenne ich von mir.

Eine Entscheidung treffen.

Und dann herausfinden, was notwendig ist, damit sie funktioniert.

Früher war darin oft dieses Beweisen.

Härter trainieren.

Mehr machen.

Durchziehen.

Heute fühlt es sich anders an.

Ich muss niemandem beweisen, dass ich 166 Kilometer laufen kann.

Ich will es wissen.

Ich will erleben, was dort draußen mit meinem Körper und meinem Kopf passiert.

Ich will herausfinden, wo meine Grenze gerade liegt.

Und vielleicht liegt sie weiter draußen, als ich momentan glaube.

Genau das macht mich neugierig.

Vielleicht brauchen wir manchmal gar nicht noch mehr Motivation.

Vielleicht brauchen wir eine Entscheidung.

Eine, die aus einem „wäre schon geil“ ein „ich mache das“ macht.

Und dann schauen wir, wer wir auf dem Weg dorthin werden.

Bei mir beginnt dieser Weg jetzt.

166 Kilometer.

8.000 Höhenmeter.

Und acht Monate, um herauszufinden, was möglich ist.

Let's find out.

Raphael

PS: Seit einem Jahr leben wir von passivem Einkommen. Was sich dabei entwickelt hat, ist enorm.

Die Goldene Gans hat sich in den letzten Monaten massiv weiterentwickelt und bietet eine geniale Möglichkeit.

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