Seit über drei Wochen sind wir nun im Schwarzwald.

Genauer gesagt in Ottenhöfen. Nur ein paar Minuten von Kappelrodeck entfernt, dem Ort, an dem ich aufgewachsen bin.

Eigentlich könnte man sagen, es ist ein Heimatbesuch.

Und gleichzeitig fühlt es sich ganz anders an.

Ich treffe Freunde wieder, verbringe regelmäßig Zeit mit meinem besten Freund, bereite mich weiter auf den Swiss100 vor und genieße es, dass Lio seine Ono und seine Oni viel öfter sehen kann. Kristina trifft ihre Freundinnen, wir verbringen viel Zeit als Familie und trotzdem merke ich etwas, womit ich nicht gerechnet hätte:

Ich fühle mich hier nicht mehr so verbunden wie früher.

Wenn ich durch die Straßen fahre, ist da keine große Sehnsucht. Keine starke emotionale Bindung. Natürlich gibt es Erinnerungen. Natürlich gibt es Vertrautheit.

Doch gleichzeitig spüre ich, wie viel Abstand entstanden ist.

Und genau das fühlt sich überraschend schön an.

Nicht weil die Heimat an Bedeutung verloren hätte.

Sondern weil Freiheit entstanden ist.

Es zeigt mir, dass Heimat kein Ort ist.

Heimat sind die Menschen, mit denen du dein Leben teilst.

Heimat ist das Gefühl, angekommen zu sein.

Und das kann inzwischen überall sein.

Auch mein Training läuft gut.

Mein Gesundheitszustand würde ich aktuell bei etwa 90 Prozent einschätzen.

Die Oberschenkel sind durch die vielen Bergabläufe brutal verspannt. Lustigerweise sitzt der Schmerz oft direkt oberhalb der Kniescheibe. Viele würden vermutlich von Knieproblemen sprechen.

Doch sobald ich die Muskulatur ordentlich bearbeite, mit der Blackroll arbeite oder das Frequenzgerät nutze, verschwinden die Schmerzen fast vollständig.

Es erinnert mich wieder daran, wie oft wir versuchen, Symptome zu behandeln, obwohl die Ursache ganz woanders liegt.

Nicht nur im Training.

Auch im Leben.

Die langen Läufe funktionieren gut. Die Höhenmeter sind hier geringer als in Österreich, dafür kann ich genau das trainieren, was mir für den Swiss100 noch fehlt: lange Zeit konstant in einem mittleren Pulsbereich zu arbeiten.

Das Krafttraining zieht ebenfalls an.

Mehr Gewicht.

Mehr Volumen.

Teilweise zwei Einheiten am Tag.

Und gleichzeitig beobachte ich sehr genau, wie mein Körper reagiert.

Denn der Swiss100 wird nicht dadurch gewonnen, dass ich blind Gas gebe.

Sondern dadurch, dass ich lerne zuzuhören.

Darum ist es enorm wichtig auf meine Atmung zu achten und nur durch die Nase zu atmen. Das hat so viele Vorteile und hat meine Leistungsfähigkeit vollkommen verändert.

Alles, was ich dazu weiß, findest du in diesem kurzen Video.

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der letzten Wochen hatte jedoch nichts mit meinem Körper zu tun.

Sondern mit meinem Kopf.

Irgendwann habe ich gemerkt, dass ich komplett im Zahlenmodus gelandet bin.

Wie viele Kilometer?

Wie viele Höhenmeter?

Wie schnell?

Wie lange?

Plötzlich drehte sich alles nur noch um Daten.

Und ich hatte vergessen, warum ich überhaupt angefangen habe.

Weil es Spaß macht.

Weil ich Abenteuer liebe.

Weil ich mich lebendig fühle.

Weil ich gerne draußen bin.

Weil ich gerne herausfinde, was möglich ist.

Nicht wegen einer Zeit.

Nicht wegen einer Platzierung.

Nicht wegen einer Zahl.

Und deshalb lasse ich gerade immer mehr von meinem ursprünglichen Zeitziel für den Swiss100 los.

Ich will dort nicht ankommen und leiden, nur um irgendeine Zahl auf einer Uhr zu sehen.

Ich will Spaß haben.

Ich will den Tag erleben.

Ich will die Berge erleben.

Ich will stolz darauf sein, dass ich überhaupt dort stehe.

Und genau das trainiere ich jetzt wieder.

Nicht nur meinen Körper.

Sondern meine Freude.

Besonders bewusst wurde mir das nach meinem letzten großen Härtetest.

Nach 35 Kilometern habe ich abgebrochen.

Nicht weil ich nicht mehr konnte.

Sondern weil ich Angst hatte.

Angst, dass die Schmerzen schlimmer werden könnten.

Angst, dass ich mich langfristig verletze.

In diesem Moment fühlte es sich nach der richtigen Entscheidung an.

Doch schon einen Tag später war ich so gut regeneriert, dass ich wusste:

Es war nicht mein Körper.

Es war mein Kopf.

Ich hatte mental aufgegeben.

Und das hat mich beschäftigt.

Nicht einen Tag.

Nicht zwei Tage.

Sondern über Wochen.

So etwas passiert mir selten.

Doch genau deshalb war es so wertvoll.

Denn zum ersten Mal habe ich wirklich gespürt, wie sich Selbstzweifel anfühlen.

Nicht die kleinen Zweifel.

Die Großen. Die, die fragen:

Vielleicht schaffst du das gar nicht.

Vielleicht ist das doch zu viel.

Vielleicht war die Idee von Anfang an verrückt.

Und ja.

Wenn ich ehrlich bin:

Von null auf 100 Kilometer mit 6.000 Höhenmetern innerhalb eines Jahres zu gehen, ist verrückt.

Aber genau deshalb will ich es tun.

Weil ich in meinem Leben oft erfolgreich war.

Doch gleichzeitig habe ich rückblickend häufig gemerkt, dass irgendwo die letzten 20 Prozent gefehlt haben.

Beim Kickboxen.

Im Business.

In verschiedenen Projekten.

Nicht aus Faulheit.

Sondern weil ich wusste, dass auch 80 Prozent meistens reichen.

Doch diesmal will ich erleben, wie es sich anfühlt, wirklich alles zu geben.

Nicht kurzfristig.

Nicht mit Gewalt.

Nicht mit Druck.

Sondern konstant.

Tag für Tag.

Schritt für Schritt.

Und vielleicht ist genau das die eigentliche Aufgabe des Swiss100.

Nicht die 100 Kilometer.

Sondern herauszufinden, wer ich werde, während ich mich darauf vorbereite.

Abseits davon genieße ich das Leben hier gerade unglaublich.

Wir wohnen mitten im Wald.

Der nächste Nachbar ist hunderte Meter entfernt.

Kaum Autos.

Überall Natur.

Ein riesiges Grundstück.

Eine große Wiese.

Ein kleiner selbstgebauter Brunnen, in dem Lio stundenlang spielen kann.

Und dann gibt es diese Momente, die ich wahrscheinlich nie vergessen werde.

Kristina war vor ein paar Tagen bei einer Freundin in der Schweiz.

Ich hatte den ganzen Tag mit Lio.

Wir haben gespielt.

Gelacht.

Getobt.

Und abends habe ich ihn ins Bett gebracht.

Noch vor wenigen Monaten hat er dabei fast immer nach Mama gefragt.

Inzwischen schläft er bei mir seelenruhig ein.

Wir waren den ganzen Tag einfach zusammen.

Präsent.

Verbunden.

Im Moment.

Und genau dort wird mir immer wieder bewusst, was das Handy uns eigentlich kostet.

Nicht Zeit.

Sondern Präsenz.

Die Zeit vergeht sowieso.

Die Frage ist nur, ob wir da waren, während sie vergangen ist.

Genau darüber haben wir übrigens auch einen Podcast aufgenommen.

Vielleicht hörst du mal rein.

Zum Abschluss noch eine Beobachtung, die mich in den letzten Tagen inspiriert hat.

Ich war in der Schweiz bei der Gründung der Goldenen Gans Genossenschaft.

Eine Schweizer Genossenschaft, die dafür sorgt, dass ihre Mitglieder passive Einkommensströme aufbauen können.

Und jedes Mal, wenn ich Daniel beobachte, fasziniert mich seine Umsetzungsgeschwindigkeit.

Vor etwas mehr als einem Jahr habe ich ihm von meiner ersten Investition erzählt.

12 Monate später investierte er selbst.

9 Monate später entstand eine Community.

Und 8 Monate später, mit über 300 Investoren in der Community, wird daraus eine Genossenschaft.

Es erinnert mich daran, wie viel möglich wird, wenn Menschen nicht nur Ideen sammeln, sondern handeln.

Nicht perfekt.

Nicht fehlerfrei.

Sondern konsequent.

Und vielleicht ist das die gemeinsame Erkenntnis dieses gesamten Newsletters.

Fortschritt entsteht selten durch Perfektion.

Fortschritt entsteht durch Präsenz.

Im Training.

In der Familie.

Im Business.

Im Leben.

Deshalb interessiert mich heute:

Wo bist du gerade vielleicht zu sehr im Zahlenmodus unterwegs?

Und wo darf wieder mehr Freude einziehen?

Danke, dass du bis hier gelesen hast.

Und danke, dass du mich auf dieser Reise begleitest.

Kreiere einen kraftvollen Tag.

Raphael

PS: Falls du mehr über die Goldene Gans Genossenschaft erfahren willst, dann klick hier => https://goldenegans.ch/

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