101 Atemzüge & mehr: So wirst du zum Fels in der Brandung
Aug 02, 2025
Mein Rücken schrie "Stopp", doch mein Inneres flüsterte "Weiter".
In Schweden lernte ich, warum ich meinem Körper mehr vertrauen kann, als meinen Gedanken.
Zwei Monate lang ließ ich mein Hirn gewinnen. Übung abgebrochen – nur weil ich dachte, ich könnte nicht.
Dabei ist mein Körper der Top-Athlet auf dem Spielfeld und mein Geist, der überkritische Schiedsrichter.
Als ich dieses Mal jedoch durchzog, erkannte ich etwas:
- Ich gab meinen Gedanken zu viel Macht.
- Ich hatte zu wenig gespürt und erforscht.
Jahrelanges Training machte mich unkaputtbar.
Doch hatte ich immer eine große Angst davor, verletzt zu sein.
Die Vorstellung davon sorgt für Unruhe, Zögern und letztlich oft für Rückschritte.
In Schweden lernte ich meinem Körper noch mehr zu vertrauen.
Seither trainiere ich härter und cleverer als zuvor.
Zwei Erfahrungen habe ich gemacht.
- Mein Geist bewertet alles, ohne mich um Erlaubnis zu fragen.
- Mein Körper zeigt mir klar, wenn es zu viel ist.
Wie schnell bitte bewertet unser Geist eine Situation und sind wir nicht achtsam, beeinflusst es unsere Entscheidungen, unseren Tag, die Woche oder sogar das ganze Leben.
Dominanz durch Ruhe
Wie reagiert dein Körper, wenn dein Kind schreit? Hältst du inne oder reagierst du blind?
Fühlst du dich angegriffen, wenn dein Mitarbeiter etwas gegen deine Idee sagt und kämpfst zurück?
Oder ganz vereinfacht:
Wie interpretierst du die Signale deines Körpers und wie reagierst du darauf?
- Innere Unruhe oder Vorfreude?
- Anspannung oder Bereitschaft?
- Wut oder Möglichkeit?
Die Klarheit über diese Entscheidung verändert deinen Fokus.
Du kannst diese Entscheidung gezielt treffen, wenn du lernst, die Bewertung deines Geistes nicht hinzunehmen, sondern zu hinterfragen, um selbst eine Entscheidung zu treffen.
Wie bei einem Eisbad oder einer kalten Dusche.
Wie nimmst du wahr, was dein Körper dabei erlebt?
Kannst du deinen Körper in Extremsituation ruhig halten und klare Entscheidungen, nicht vom angstgetriebenen Gehirn beeinflusst, treffen?
Ich habe zwei Methoden, durch welche ich das regelmäßig trainiere, um der Fels in der Brandung zu sein, wenn das Chaos explodiert.
- Fokus auf einen ruhigen Geist, bei gestressten und stillen Körper
- Fokus auf einen ruhigen Geist unter körperlicher Höchstleistung.
101 Atemzüge
In Schweden hatte ich das Ritual in der letzten Saunarunde 101 ruhige Atemzüge sitzenzubleiben.
Egal, was der Körper sagte.
Die Sauna hatte 90-100 Grad.
Ich setzte mich nach ganz oben und blieb still sitzen, während ich atmete und jeden Atemzug zählte.
Ich wusste, dass ich es körperlich packe.
Ich achtete darauf, zu denken, was ich will.
"75 - ein Viertel geschafft."
"66- nur noch zwei Drittel."
Mein Fokus ging vollkommen auf die Atmung, die Zahl und bestärkende Gedanken.
Dabei zeigt sich ganz klar die Verbindung von Körper und Geist.
Der Körper wird heiß.
Der Geist schreit: "Raus hier."
Dabei fühlt der Geist nicht und der Körper spricht nicht in Gedanken.
Das Zusammenspiel ist genial.
Dein Körper signalisiert deinem Geist durch den Hormonstatus, wie er sich fühlt und der Geist sucht sich die passenden Gedanken.
So ist es auch in den alltäglichen Stresssituationen.
Darum lerne deinen Geist stillzuhalten, während dein Körper durchdreht.
Damit trainierst du dich darauf, in jeder Situation einen klaren Fokus zu setzen und gezielter zu agieren, statt nur zu reagieren.
Nutze dafür
- eine Sauna
- heiße Bäder
- unbequeme Sitzpositionen
- kalte Duschen
- Eisbäder
Teste es mit einer kalten Dusche und zähle von 51 auf 0.
Volle körperliche Power bei ruhigem Geist
In Schweden wurde es mein neues Hobby, im Training nicht mehr auf meine Gedanken zu hören, sondern nur noch auf meinen Körper.
Ständig haben mir die Gedanken gesagt, "Hör auf, es ist gut. Du musst es nicht durchziehen. Das ist anstrengend…."
Kennst du, oder?
Deshalb lassen sich viele im Training gehen und schnaufen, verlieren die Haltung und werden unsauber in der Technik.
Ich achte seit Jahren nur auf die Technik, Atmung, Bewegungsabläufe oder woher ich die Power für die Bewegung nehme.
In Schweden trainierte ich dann verstärkt, die Gedanken dabei loszulassen und hin den Hintergrund zu bringen.
Ich spürte, dass die Verspannungen, dich ich in meinem Körper hatte, daher kamen, dass ich dort am meisten festhielt.
Was logisch klingt, tun viele.
Sie halte voll Anspannung bei Belastung.
Ich trainierte, in diesen Verspannungen zu entspannen.
Das sorgte für mehr Stabilität und Kraft in den Muskeln, wodurch das Nervensystem sich entspannte und ich stabiler und sicherer wurde.
Nicht mehr Spannung, sondern das Verhältnis von optimaler Anspannung und Entspannung sorgt für einen kraftvollen und stabilen Körper.
Ein entspannter Körper ist leicht in die optimale Körperspannung und Kraft für ein geniales Kettlebell Training zu bekommen, als ein verspannter.
Gleichzeitig wird der Geist ruhig.
Beim Kettlebell-Training fokussierte ich meine Aufmerksamkeit auf meinen Beckenboden, hielt seine Spannung aufrecht und der gesamte Körper wurde lockerer und explosiver.
Ich erzielte Bestleistungen mit weniger Aufwand.
Das zeigte mir auch, wie oft wir uns zu sehr anstrengen, weil der Geist glaubt es muss so sein.
Deshalb machte ich es mir zur Gewohnheit, täglich TaiChi zu praktizieren und körperlich stillzustehen, während mein Fokus der Atmung galt.
Ich lernte immer mehr loszulassen und zu entspannen, auch wenn der Körper in Arbeit war.
Mein Tipp an dich:
Achte im Training nur auf die Technik.
Das Gewicht spielt keine Rolle. Das steigt mit besserer Technik und über die Fitness entscheidet die Konstanz.
Dieses steigende Körpergefühl ermöglicht es dir schneller die körperlichen Veränderungen wahrzunehmen und damit auch Gedankengänge im Training und Alltag, nachvollziehen zu können, woher sie stammen.
Oder denkst du dir nicht manchmal:
"Warum zum Heck habe ich das gerade gedacht?"
Durch diese Praxis spürst du schneller, wie dein Körper auf Stress reagiert und kannst schneller körperliche und mentale Spannungen lösen.
Üben kannst du das auch in alltäglichen Situationen, wie beim:
- Aufräumen
- Spülmaschine ausräumen
- Treppensteigen
- Aufzugfahren
- An der Kasse stehen.
- Beifahrer sein
Statt zu denken, beobachte dich.
Womit kannst du heute starten?
Fokus als Richtlinie
Abschließen achte ich darauf, wo hin ich meinen Fokus im großen werfe.
Seit wir ausgewandert sind, ist mir noch mehr egal als zuvor.
Ich schaue keine Nachrichten, höre ausgewählte Musik und Podcasts, lese niemals Zeitung oder konsumiere irgendwas, was ich nicht bewusst wähle.
Früher glaubte ich, so Wichtiges nicht mitzubekommen.
Doch alles wirklich entscheidende erfahre ich.
Gleichzeitig wurde ich von allem überflüssigen verschont
Frag dich doch mal
"Was von dem, was ich mir alles anschaue, beeinflusst mein Leben positiv?"
Den Rest kannst du weglassen.
Oder?
Fokussiere dich lieber täglich darauf, wie dein Wunschlebensstil aussieht.
Finde täglich Momente, in welchen du diesen schon lebst.
Bist du bei der Arbeit, fokussiere dich auf die Aufgabe vor dir.
Im Gespräch fokussierst du dich voll auf das Gegenüber, statt was du als Nächstes sagst.
Fokussiere dich auf dein Kind, was es gerade mit dir erlebt und was du dabei fühlst.
Diese Art zu Leben lässt die Gedanken in den Hintergrund treten und führt zu mehr Erleben vom Leben.
Dies führt zu Lebensfreude und Leichtigkeit.
Wir leben nur in dem Moment.
Darauf will ich meinen Fokus lenken.
Je klarer ich sehe, wo ich stehe und hinwill, desto leichter fällt es mir.
Dieser feine Klarheits-GPT kann dir helfen, deine Klarheit zu verfeinern. Ein Blick hinein wird sich lohnen.
Kreiere einen kraftvollen Tag,
Raphael